Frühes Eintrittsalter
Die Möglichkeit, ein Kind bereits ab ca. 2 ½ Jahren in einen Kindergarten geben zu können, kommt einem Bedürfnis vieler Kinder und Eltern entgegen. Erfahrungen aus anderen Ländern und auch unsere Praxis zeigen, dass viele Kinder ab 2 ½ bis 3 Jahren den konstanten Kontakt mit anderen Kindern
zunehmend brauchen. Eine Kindergruppe bietet einem Kind in vielerlei
Hinsicht mehr Anregungen und Lernmöglichkeiten als die ausschliessliche Betreuung in der Familie. Die über längere Zeit hinweg gleich bleibende Zusammensetzung und die Altersdurchmischung ermöglichen eine kontinuierliche soziale Entwicklung der Gruppen.

Kleine Gruppengrösse
Die Gruppen bestehen aus durchschnittlich 12 bis 15 Kindern und werden
von zwei Personen betreut. Geleitet werden beide Gruppen (Morgen- und Nachmittagsgruppe) von je einer ausgebildeten Fachperson (Kindergarten-lehrkraft, SozialpädagogIn). Die zweite Betreuungsperson absolviert in der Regel ein Praktikum. Dank der kleinen Gruppe hat das einzelne Kind mehr Raum für seine individuelle Entfaltung und kann von den BetreuerInnen in geeigneter Weise gefördert werden. Die Präsenz von zwei BetreuerInnen ermöglicht die zeitweilige Aufteilung der Gruppe, womit die altersspezifischen Fähigkeiten oder besonderen Bedürfnisse der jüngeren oder der älteren Kinder besser berücksichtigt werden können. Je nach Gruppenzusammensetzung können auch leicht behinderte Kinder aufgenommen werden. An Halbtagen
mit grösserer Kinderzahl (15 bis max. 17 Kinder) oder wenn es die Alters-
struktur der Gruppe erfordert, wird eine weitere Fachperson eingesetzt.

Altersdurchmischung
Altersdurchmischte Kindergruppen, wie sie im Gampiross realisiert sind,
fördern in besonderem Masse das sogenannte «peer-learning», das Lernen
der Kinder untereinander. Jüngere Kinder können sich an den älteren orien-tieren und ältere können jüngeren gegenüber Verantwortung übernehmen.
Im Verlauf der Kindergartenzeit kann ein Kind vom Jüngsten bis zum Ältesten alle Rollen durchlaufen. Dies ermöglicht ein ausgeprägtes soziales Lernen, das in altersgleichen Gruppen weniger möglich ist.

Pädagogische Inhalte
Der Tages- und Wochenablauf im Kindergarten unterliegt einer gestalteten, rhythmisierten Struktur. Die Inhalte umfassen den üblichen Kanon an viel-
seitigen Aktivitäten in dieser Altersphase: Spiele aller Art, gestalterische Tätigkeiten, Musik, Bewegung, verschiedene Materialerfahrungen.
Je mehr die Kinder sich dem Schuleintritt nähern, desto mehr Gewicht
liegt auf strukturierten Tätigkeiten, die das Kind in seiner Konzentration
und Ausdauer fördern.

Während der geleiteten gemeinsamen Zeit achten wir darauf, dass die
Kinder in der Gruppe gemeinsame Erfahrungen und Spiele machen und
dabei unterschiedliche und vielfältige Rollen einnehmen können. Wir legen Wert auf eine ganzheitliche Förderung mit Musik, Bewegung, Geschichten, Rollenspielen und Erlebnissen in der Natur. Regelmässige Ausflüge ergänzen das Programm. Einmal pro Woche findet das gemeinsame Turnen statt.

Daneben haben die Kinder viel Raum für das freie Spiel. Dabei ist es uns wichtig, dass die Kinder sich möglichst selbständig in ihren Gruppen zusam-menfinden. Die Betreuenden unterstützen sie darin, sich im Spiel selbst zu organisieren, Spielregeln auszuhandeln und allfällige Konflikte zu lösen.
Sie greifen dort ein, wo die Kinder selbst nicht mehr weiterkommen oder das Spiel auf Kosten anderer ausartet und klare Grenzen gesetzt werden müssen. Die konkrete Auswahl der Inhalte liegt in der Verantwortung der Betreuenden. Die Eltern werden regelmässig über Themen und Aktivitäten informiert und können an den Elternabenden auf deren Gestaltung Einfluss nehmen.



















 

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